Die Geburtsstunde des BACH.Bogen

 

Bevor ich mit John Cage und dem ersten Konzert mit Rundbogen in Huddersfield fortfahre, möchte ich vorab auf einige wichtige Aspekte, die für mich in der zweiten Häfte der 80er Jahre eine Rolle spielten und die die entscheidenden Weichen für meine zukünftige Arbeit stellten, erklärend eingehen. Jeder einzelne Themenkomplex wird in Zukunft näher ausgeführt werden.

Pression-Nancy3

Produktion der „Pression” von Helmut Lachenmann
1988 im Aufnahmestudio des CCAM in Nancy, France

 

Germany

1985 wurden im Experimentalstudio der Heinrich Strobel Stiftung des SWF in Freiburg die ersten digitalen Verzögerungsmaschinen angeschafft. Der damalige Leiter Hans-Peter Haller lud mich 1985/86 ein, um anhand von Karlheinz Stockhausens „SOLO für Melodieinstrument und Rückkopplung” (1965) eine live-elektronische Fassung mithilfe dieser neuen Verzögerungsmaschinen zu erarbeiten.

Als Interpret war ich mit der völlig neuen Herausforderung konfrontiert, nicht nur mit den Lautsprecherwiedergaben des eigenen Spiels zu kommunizieren sondern gleichzeitig am Cello dasjenige Klangmaterial vorsorglich zu produzieren, was im weiteren Verlauf des Stücks zur Grundlage für musikalische Aktionen werden soll. Dieses ständige in-die-Zukunft-hineindenken, in größeren Zeiträumen bis zu einer halben Minute Dauer, war die eigentliche neue Erfahrung und charakterisiert für mich die Aufführungssituation von „SOLO“.

 

Bernd Alois Zimmermanns gesamtes Oeuvre für Cello umfaßt zentrale Werke unseres Instruments. Seine „Sonate für Cello solo” (1960) ist für mich ein Pendant zu Stockhausens „SOLO”, weil auch hier die zeitliche Organisation des Klangmaterials in gewisser Weise frei angelegt ist. Die Urfassung spiegelt das wieder, indem die einzelnen Phrasen des Werks kaleidoskopartig für jede Aufführung individuell umgruppiert werden können. Zimmermann prägte den Begriff „Kugelgestalt der Zeit”, womit gemeint ist, daß Vergangenheit und Zukunft in unserem Bewußtsein eine Einheit bilden und somit der Zeitverlauf nicht simpel als eine lineare Entwicklung anzusehen ist.

Eine meiner Interpretationen dieses Werks für Tonträger war eine räumliche Aufnahme, d. h. ich übertrug (more…)

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