BACH.Bogen 25

01 BACHBogen 25

 Germany

Die Entwicklung des Rundbogens für Streichinstrumente (1989-2013)

Präsentation mit Michael Bach im KlangRaum Stuttgart am 01. Dezember 2013

Transkription des Vortrags:
http://www.bach-bogen.de/blog/thecelloupgrade/25-jahre-bach-bogen

 

Am „Vorabend” des 25-jährigen Jubiläums des BACH.Bogen möchte ich das künstlerische Anliegen und die „Idee” des Rundbogens einmal anhand authentischer Quellen aufzeigen. Dies ist bislang noch nicht geschehen. Denn, der Zeitpunkt ist erst jetzt gekommen, da im Wesentlichen die Entwicklung des BACH.Bogen für Cello und Violine mit diesem Jahr als abgeschlossen gelten kann.

Ausgehend von der zeitgenössischen Musikproduktion rückten die Solowerke für das Cello und für die Violine von J. S. Bach immer mehr in den Fokus, so daß speziell für das ein- und mehrstimmige Spiel ein flacher Rundbogen konzipiert wurde. Das hochgewölbte Modell ist, wegen seiner kompromisslosen vierstimmigen Spielweise, Inspirationsquelle für heutige Komponisten. Sogar einige Werke Paganinis, die vierstimmig für die Geige komponiert sind, habe ich dem Dornröschenschlaf entrissen und erstmals mit dem Rundbogen auf dem Cello wieder aufgeführt.

Anhand einiger der realisierten Rundbogenmodelle (ca. 50 Prototypen) möchte ich die geistig-sinnlichen Aspekte herausarbeiten, die zu den neuen Kompositionen führten. Ein perfektes Instrument gibt es nicht, es bleibt immer ein vermittelndes Produkt. John Cage sagte mir einmal in New York beim Abschied, nachdem wir an ONE8 1) eine Woche lang gearbeitet hatten, „As Marcel Duchamp would have said, The worse the cello, the better the cellist has to be…’” 2) Ich widersprach damals mit „The better the cello, the better the cellist has to be…3)   Beides stimmt auf seine Art.

Le violon, c’est l’archet4) , dieser bekannte Ausspruch von Viotti, der, wie sein Lehrer Tartini, wichtige Beiträge zur Violintechnik beisteuerte, richtet das Augenmerk auf den Bogen. Von Tartini berichtet E. T. A. Hoffmann in einer Novelle 5) , daß dieser einen Rundbogen besaß: „… solchen Bogen führte der große unsterbliche Tartini“. Die Streichbögen, welche J. S. Bach besaß, kennen wir leider nicht.

Die Entwicklung des BACH.Bogen war ein gewundener Weg nach dem Prinzip trial and error und zeigt die physischen Bedingungen und physikalischen Funktionsweisen der Instrumentaltechnik auf, und zwar beide Hände betreffend. Der heute gebräuchliche gerade, genauer gesagt konkave Bogen kann von übergeordneter Warte aus als ein Sonderfall des Streichbogens gelten, der, zugunsten einer einfacheren Handhabe, einerseits einige Stricharten optimierte, andererseits die vielfältigeren Ausdrucksmöglichkeiten, so wie sie zu J. S. Bachs Zeiten noch gang und gäbe waren, limitierte.

Michael Bach

 
1) ONE8 (1991) für Cello mit Rundbogen

2) „Wie Marcel Duchamp gesagt hätte: Je schlechter das Cello, um so besser muß der Cellist sein.”

3Je besser das Cello, um so besser muß der Cellist sein.”

4)  Die Violine, ist der Bogen.”

5)   Musikalische Novellen und Schriften, „Der Schüler Tartinis

 

 

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